Troja, Schlüsselort für die mitteleuropäische Vorgeschichte
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2008/06/25 16:44
Presseartikel von:
Stonewonder.com Troja war der Schlüsselort für die Datierung der mitteleuropäischen Vorgeschichte. So läutet der 58-jährige Wissenschaftler in Tübingen die letzte Grabungskampagne ein mit dem Ziel, endlich Klarheit über die Größe der antiken Stadt im Westen der Türkei zu bekommen. Zwischen 70 000 und 80 000 Euro kostet eine Kampagne,und die Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft endet in diesem Jahr. Wer in Troja gräbt, dem schaut
ständig jemand erwartungsvoll über die Schulter. Deshalb wollen die Forscher ihren Schwerpunkt verlagern. Im September soll zum letzten Mal der Spaten in den geschichtsträchtigen Boden getrieben werden und dann wollen die Wissenschaftler die Auswertung der zahllosen Funde verstärken.
Durch das ständige Graben werden wir von einem Teil unserer eigentlichen Arbeit abgehalten, erläutert Jablonka. Schließlich müsse beschrieben und analysiert werden, was hunderte Forscher aus aller Welt seit 1988 ans Licht befördert haben. Dabei sind die Troja-Ausgräber mit ihren jährlichen Berichten sogar vorbildlich. Es gibt Ausgrabungen, bei denen Jahrzehnte später noch nichts veröffentlicht ist. Unterstützung für die weitere Auswertung erhoffen sich Pernicka und Jablonka durch ein Museum in Troja selbst, das zwar schon seit Jahren immer wieder von hohen türkischen Politikern angekündigt wird, dessen Bau aber noch in den Sternen steht. Dem auf zehn Millionen Euro geschätzten Projekt könnte eine Forschungsstation angegliedert werden, die die Funde an Ort und Stelle auswertet. Und Pernicka hält geschickt die Faszination wach: Wir haben noch immer keine Gräberfelder gefunden, obwohl es sie bei einer Siedlung dieser Größe gegeben haben muss, erklärt der Forscher und fügt listig hinzu: Auch der Kontext von Schliemanns Funden ist noch nicht geklärt. Gemeint ist der Goldschmuck, den der deutsche Geschäftsmann und Archäologe Heinrich Schliemann Anfang des 19. Jahrhunderts in Troja entdeckte und der unter dem Namen, Schatz des Priamos, zur Legende wurde. Dass es sich tatsächlich um Geschmeide des Homerschen Troja- Herrschers Priamos handelt, glaubt zwar niemand, aber eine Bestimmung der Herkunft des Goldes würde die Wissenschaft weiterbringen und möglicherweise der These vom florierenden internationalen Handelsplatz neuen Auftrieb geben. Kontakt
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